Neue Themen, kompakt an einem Tag: Mit unseren Eintagesseminaren bieten wir Fortbildungen zu ausgewählten Themen aus der Arbeit mit psychisch erkrankten Menschen an.
Die Seminare verbinden fachliche Informationen mit praktischen Übungen und Anregungen für die Arbeit im Alltag. Die Fortbildungen richten sich an alle, die psychisch erkrankte Menschen begleiten und unterstützen.
Zielgruppen
- Alle, die psychisch erkrankte Menschen im Alltag begleiten und unterstützen.
- Alle Berufsgruppen, die in der (Gemeinde-)Psychiatrie tätig sind.
- Sowohl für Auszubildende, Studierende und Berufsanfänger*innen als auch für Quereinsteiger*innen und langjährig Tätige.
Tagesseminare 2027
Dopamin und Suchtverhalten – Auswege aus der Konsumfalle
16. Juni 2027
jeweils von 9.00 – 12.00 Uhr und von 14.00 – 17.00 Uhr
Kosten: 150,00 Euro
Perfektionismus hat seinen Preis
23. Juni 2027
jeweils von 9.00 – 12.00 Uhr und von 14.00 – 17.00 Uhr
Kosten: 150,00 Euro
Erwachsene mit ADHS hilfreich im Alltag begleiten
22. September 2027
jeweils von 9.00 – 12.00 Uhr und von 14.00 – 17.00 Uhr
Kosten: 150,00 Euro
Mediensüchte – erkennen, verstehen und einen bewussten Umgang finden
29. September 2027
jeweils von 9.00 – 12.00 Uhr und von 14.00 – 17.00 Uhr
Kosten: 150,00 Euro
Schuld, Scham und soziale Ängste bewältigen
14. Dezember 2027
jeweils von 9.00 – 12.00 Uhr und von 14.00 – 17.00 Uhr
Kosten: 150,00 Euro
Seminarleitung
Die Eintagesseminare werden von Matthias Hammer durchgeführt.
Informationen
Dopamin und Suchtverhalten – Auswege aus der Konsumfalle
Alkohol, Cannabis, Sportwetten, Gaming, Pornographie, Soziale Medien sind allgegenwärtig in unserem Alltag.
Süchte sind sehr verbreitet. Man unterscheidet zwischen substanzgebundenen Süchten wie z.B. Alkohol und Verhaltenssüchte z.B. Gaming.
- Wann ist der Konsum noch normal und ab wann sprechen wir von Sucht oder Abhängigkeit?
- Welche Rolle spielt dabei Dopamin und unser Belohnungssystem?
Süchte gehören zu den häufigsten psychischen Störungen und sind gekennzeichnet durch:
- Körperliche Merkmale wie Toleranzentwicklung und Entzug
- Kontrollverlust über den Konsum
- Starkes Verlangen (Craving)
- Einengung (gedanklich und verhaltensbezogen)
- Konsum trotz gesundheitlicher Folgeprobleme (psychisch, körperlich, sozial)
Wenn wir mit psychisch erkrankten Menschen arbeiten übersehen wir häufig die Sucht. Sie wird oft nicht diagnostiziert oder wir fühlen uns nicht zuständig mit süchtigem Verhalten zu arbeiten.
In diesem Seminar geht es darum Sucht schneller zu erkennen. Ein Verständnis zu entwickeln für die Funktion und den Zusammenhang zwischen Sucht und anderen psychischen Störungen (Doppeldiagnosen).
Es geht darum problematisches Konsumverhalten bewusst zu machen, mit Ambivalenzen um zu gehen, Ziele und Absichten zu klären, um Konsummuster zu verändern und mit Rückfällen zu arbeiten.
Perfektionismus hat seinen Preis
Immer mehr Menschen leiden unter ihren unrealistischen Standards und ihrem Streben nach Perfektion. Nach dem Motto: „Gut ist nie gut genug.“ Sie haben Angst davor Fehler zu machen oder zu versagen. Viele befürchten von anderen beurteilt zu werden, wenn sie keine perfekte Leistung abliefern.
Fachleute sprechen von einer Epidemie des Perfektionismus. Immer mehr Menschen sind von ihrem Optimierungs- und Perfektionsstreben angetrieben. Das Dauergetriebensein durch unerreichbare perfektionistische Ziele mündet oft in Stress, Depression und Angststörungen. Ungesundes Perfektionsstreben wird mit immer mehr psychischen Störungen in Verbindung gebracht.
In diesem Seminar geht es darum, wie wir selbst und unsere Klientinnen dabei unterstützen, auszusteigen aus dem perfektionistischen Hamsterrad. Es werden vielfältige Ansatzpunkte und Methoden erarbeitet im Umgang mit ungesundem Perfektionismus:
- Perfektionismus besser zu verstehen
- Verschiedene Formen des Perfektionismus zu unterscheiden
- Folgen des Perfektionismus erkennen
- lernen mit selbstschädigendem Perfektionsstreben um zu gehen
- Lernen mit Fehlern um zu gehen
- Selbstakzeptanz und Förderung einer realistischen Selbsteinschätzung
- Starre Glaubenssätze und Standards verändern
Erwachsene mit ADHS hilfreich im Alltag begleiten
Etwa 50 – 70% der im Kindesalter von ADHS betroffenen Personen entwickeln im Erwachsenenalter vielfältige Probleme und Symptomen. Die Hauptsymptome von ADHS sind Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität. Diese Symptome können die Alltagsbewältigung stark beeinflussen, wie z.B.:
Sie neigen dazu unangenehme Aufgaben vor sich her zu schieben, haben Schwierigkeiten, ihre Emotionen zu regulieren. Sie schließen oft berufliche Aufgaben nicht ab, sind ungeduldig und haben eine geringe Frustrationstoleranz. Viele können ihr Potential nicht ausschöpfen und haben häufig berufliche und psycho- soziale Probleme.
Menschen mit ADHS entwickeln oft zusätzlich psychische Störungen wie z.B. Angststörungen, Depression, Süchte oder auch Borderline Störungen.
Gleichzeitig verfügen viele Erwachsene mit ADHS über viele Ressourcen und Stärken, wie z.B. Kreativität, Einfühlungsvermögen, Sinn für Gerechtigkeit, Energie und Tatendrang.
In diesem Seminar geht es darum:
- Betroffene zu unterstützen mit ADHS gut zu leben
- Gute Lösungen für den Alltag zu finden
- Mit Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität besser um zu gehen
- die besonderen Qualitäten und Fähigkeiten zu erkennen und zu nutzen
Mediensüchte – erkennen, verstehen und einen bewussten Umgang finden
Surfen und Scrollen im Netz, Online- Spiele, Soziale Netzwerke nutzen, Internetpornografie konsumieren, Online- Glücksspiel, Online- Kaufsucht …
Die meisten Menschen verbringen sehr viel Zeit vor dem Bildschirm. Das ist normal.
- Wann wird die Bildschirmzeit zum Problem oder auch zur Sucht?
- Wie kann man kreative von konsumorientierter Mediennutzung unterscheiden?
Menschen mit einer psychischen Erkrankung haben in der Regel eine höhere Nutzungszeit. Häufig dient der Medienkonsum zur Ablenkung, Emotionsregulation und Betäubung von unangenehmen Gefühlen. Häufig werden durch intensive Mediennutzung die psychischen Probleme verstärkt. Es besteht ein Teufelskreis aus psychischen Symptomen und einer intensiven Mediennutzung.
In diesem Seminar werden vorrangig drei Störungen der Mediennutzung thematisiert.
- Videospiel- und Internetabhängigkeit
- Soziale- Netzwerke- Nutzungsstörung
- Pornografienutzungsstörung
Es geht darum ein Verständnis der genannten Störungen zu entwickeln. Kompetenzen zu erwerben, um psychisch kranken Menschen zu helfen, wieder zu einer maßvollen Mediennutzung zurück zu finden und wieder das „reale Leben“ zu entdecken.
Schuld, Scham und soziale Ängste bewältigen
Die Angst davor, von anderen Menschen bewertet oder abgelehnt zu werden ist zu tiefst menschlich und sehr verbreitet. Peinlichkeit, Scham, Schuldgefühle und soziale Ängste sind ganz schwer zu ertragen. Am liebsten würde man sich im nächsten Mauseloch verkriechen und die Situation vermeiden.
Laut Experten haben soziale Ängste in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Die Nachwirkungen der Pandemie und der Einfluss sozialer Medien werden oft als Gründe angeführt. Der erhöhte Medienkonsum führt dazu, dass wir weniger reale soziale Erfahrungen machen und gleichzeitig medial in ständigen sozialen Vergleichsprozessen stehen.
Soziale Ängste gehören zu den meist verbreiteten Ängsten.
Sehr häufig treten soziale Ängste bei psychisch erkrankten Menschen als Begleiterscheinung auf. Viele stigmatisieren sich selbst aufgrund der psychischen Erkrankung. Die Folgen sind, Rückzug, Vermeidung und noch mehr soziale Ängste. Dies mündet in einem Teufelskreis aus Vermeidung, Verstärkung von sozialen Ängsten, Einsamkeit und einer Verstärkung der psychischen Symptome.
In diesem Seminar geht es darum, soziale Ängste besser zu verstehen. Psychisch erkrankte Menschen dabei wirksam zu unterstützen mit ihren Ängsten um zu gehen:
- den Teufelskreis von Angst und Isolation zu durchbrechen
- die Angst vor der Bewertung durch andere Menschen zu überwinden
- sich wieder sozialen Situationen zu stellen (Exposition)
- wertgeschätzte Ziele im Leben zu verfolgen und
- soziale Kompetenzen zu erwerben
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